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KURS 21

Pädagogisches Konzept

KURS 21 e.V. ist das Bildungsnetzwerk für nachhaltige Bildungsangebote im
Bergischen Land.
Wir verstehen uns als Netzwerkakteur, der Schule, Unternehmen sowie weitere Bildungs- und Forschungseinrichtungen zusammenbringt, um langfristige Kooperationen zu gestalten sowie multiprofessionelle Bildungsangebote zu entwickeln und durchzuführen.
Unsere Arbeit als Netzwerker*innen ermöglicht multiperspektivische Zugänge zu Nachhaltigkeitsthemen und modelliert unsere Vorstellung von einer gemeinschaftlichen, gemeinwohlorientierten Zukunftsgestaltung. Kernanliegen ist es, in der regionalen Bildungslandschaft Nachhaltigkeit als selbstverständlichen Teil von Lernen, Leben und Arbeiten zu verankern.
Dabei verorten wir unsere Anstrengungen konkret in den Handlungsfeldern einer Bildung für nachhaltige Entwicklung der UNESCO. Zusätzlich zu einer Transformation  von Lehr- und Lernumgebungen zu Erfahrungs- und Übungsräumen für eine nachhaltige Entwicklung streben wir eine Stärkung und Mobilisierung der Jugend und die Organisation lokaler Handlungsgemeinschaften als Schnittstellen für eine nachhaltige Entwicklung an¹.

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Pädago-gisches Konzept

KURS 21 e.V. ist das Bildungsnetzwerk für nachhaltige Bildungsangebote im Bergischen Land

Wir verstehen uns als regionalen Impulsgeber, der Bildungsangebote an der Schnittstelle Schule – Unternehmen und weitere Bildungs- und Forschungseinrichtungen entwickelt und durchführt.

Um die regionale Bildungslandschaft zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten, sehen wir uns als Netzwerker*innen, die die verschiedenen Akteure zusammenbringen, um multiprofessionell neue Bildungsbegegnungen und damit Perspektivbereicherungen zu veranlassen und Innovationsfähigkeit im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu fördern.

Unser Verständnis nachhaltiger Bildung
Unserer Arbeit liegt ein kompetenzorientiertes und systemisch konstruktivistisches und inklusives Verständnis von Bildung zugrunde (vgl. Reich (2002,2021))². Dieses ist in unseren Bildungsangeboten reflektiert.
Wir schaffen im Kontext der Bildung zur Nachhaltigkeit emotionale Betroffenheit zu Themen aus der Lebenswelt der Schüler*innen und bieten Orientierung und Freiraum im Umgang mit den Themen aus allen Dimensionen der BNE an. Ziel ist es, die Schüler*innen im Denken und Handeln zu unterstützen und sie in ihren Selbstwirksamkeitsprozessen zu begleiten. Der Kontakt zu Unternehmer*innen und Fachextpert*innen ermöglicht den Lernenden dabei Einblicke in neue Perspektiven; Schüler*innen werden als selbstständige Subjekte des eigenen Lernprozesses verstanden. Lehrkräfte wie Unternehmensvertreter*innen nehmen dabei eine begleitende, nicht anleitende Rolle ein.
Unsere Zielvorstellungen bauen dabei auf den Leitideen der Gestaltungskompetenz nach deHaan auf (deHaan (2008),Rieckmann (2021))³. Wir verstehen diese als handlungsorientierte Befähigung des Individuums, globale Herausforderungen zu durchdringen und daraus den inneren Antrieb zu schöpfen, die eigene Lebenswelt im Sinne der Nachhaltigkeit proaktiv mitzugestalten. Erwerb der Gestaltungskompetenz bedeutet für uns, dass diese die zur Ermächtigung junger Menschen beiträgt, aus eigener Überzeugung heraus zukunftsfähige Lösungen zu initiieren und praktisch umzusetzen.
Hierzu werden Lernräume nach den Prinzipien konstruktivistisch-inklusiver und systemischer Didaktik geschaffen ((vgl. Reich (2002,2021)⁴), innerhalb derer sich die Lernenden in Problem- und Entscheidungssituationen bewegen. Diese dienen direkt dem Aufbau von Gestaltungskompetenz:

  • Innerhalb multiprofessioneller Betreuung bauen die Schüler*innen weltoffen und
    neue Perspektiven integrierend Wissen auf, gewinnen interdisziplinär
    Erkenntnisse.
  • In echten Situationen aus der Lebenswelt lernen die Schüler*innen, gemeinsam mit anderen zu planen und zu handeln, an Entscheidungsprozessen zu 
    partizipieren sowie selbstständig planen und handeln zu können.
  • Dabei werden explizit Zukunftsvisionen in den Blick genommen, um mit den Lernenden Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlagen zu nutzen, Risiken, Gefahren und Unsicherheiten zu erkennen und abzuwägen und Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien zu berücksichtigen. 

Für uns ist Bildung für nachhaltige Entwicklung dann gelungen, wenn Lernende nachhaltige Entwicklung nicht als einen externen Prozess oder ein entferntes politisches Vorhaben verstehen, sondern sich selbst als verantwortliche Mitgestalter verstehen. Bildung zur Nachhaltigkeit bedingt daher nach unserem Erachten eine Neuorientierung aller Bildungsbereiche.
In Verbindung mit unserem Leitbild stellen unsere Bildungsangebote ein soziales Miteinander und Empathie als Treiber für bleibendes Engagement in den Vordergrund. Dies ist strukturell erneut in der Multiprofessionalität und -perspektivität unserer Arbeit, aber auch auf der Ebene der Lerngestaltung in angewandten Methoden sowie Arbeits- und Umgangsformen reflektiert.
Wir verstehen die Ziele der BNE in ihrer Komplexität als Querschnittskonzept durch alle Bereiche der Bildung, als eine Perspektive, Schüler*innen auch außerunterrichtlich Raum und Zeit zu geben, sich zu zukunftsfähigen Mitgestalter*innen zu entwickeln und dabei von erfahrenen, außerschulischen Bildungspartner*innen zu profitieren.

Unsere Themen und Angebotsformate
Im Einzelnen ziehen sich die Herausforderungen in ökologischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Bereichen durch alle unsere Angebote.

Da nachhaltiges Denken und Handeln in allen Lebensbereichen zum Ausdruck kommt, ergibt sich eine große Vielfalt konkreter Wirkungen einer nachhaltig ausgelegten Bildungsoffensive. Die nimmt auch KURS 21 e.V. auf. Exemplarisch schlagen sich die Dimensionen der Nachhaltigkeit in folgender Bildungsarbeit nieder:

ökologisch: (lokale) Energiekonzepte, Kreislaufwirtschaft, Aquaponik
ökonomisch: nachhaltige Berufsbilder, Schülerfirmen NaSchBeLa, unternehmerisches Denken und Handeln
sozial:  Gerechtigkeitsfragen in Denkwerkstätten, Zielkonfliktreflexion
politisch: Formate mit (lokalpolitischem) Dialog zu gesellschaftlichen Herausforderungen
kulturell: quartierbezogene Initiativen, Reflexion bestehender und sich ändernder Wertesysteme

Dabei arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung bestehender-, sowie
Konzipierung neuer Projekte und Formate, um die Aktualität unserer Arbeit zu sichern.

Lernorte und methodische Gestaltung
Zur Umsetzung unserer Bildungsziele bietet Kurs21 Bildungsangebote in verschiedenen Formaten an. Diese erstrecken sich von BNE-Angeboten innerhalb schulischen Unterrichts, über kompakte und langfristige Projekte außerhalb dessen, bis hin zu der langfristigen Begleitung und Betreuung von Schülerfirmen.

Dementsprechend variieren auch die Lernorte, an denen unsere Angebote stattfinden, zwischen Schulen, Exkursionen, Räumlichkeiten bei unseren Kooperationspartnern und unserem Standort in der Fröbelstraße.

Auch die in den Bildungsangeboten verwendeten Methoden sind auf die einzelnen Formate und Lernziele angepasst. So dienen beispielsweise Brainstorming / Brainwriting erster Ideensammlung in heterogenen Gruppen, Exkursionen und Betriebsbesuche liefern authentische Kontakterfahrungen, und Dialogformate in Denkwerkstätten ermöglichen die Reflexion von Dilemmata.

Maßgebliche Orientierung liefern hierzu die Methodenkategorien „Experimentieren und Erfahren“, „Zusammenhänge verstehen“ sowie „Soziales Lernen“ nach Reich (2024a, 2024b, 2024c)⁵, welche auf das Fundament konstruktivistisch-inklusiver Didaktik aufbauen.

Zusätzlich sind wir darauf aufmerksam, unsere Angebote sprachsensibel zu gestalten, sodass Lernende die Möglichkeit haben und dazu aufgefordert werden, sich selbst umfassend zu artikulieren. Zusätzlich zur Verständigung und Begriffsklärung innerhalb der peer-group, bemühen wir uns auch, Unterstützung im Sinn eines Scaffolding zu liefern.

¹ vgl. Deutsche UNESCO-Kommission & UNESCO. (2021). Bildung für nachhaltige Entwicklung: Eine Roadmap. UNESCO. https://doi.org/10.54675/YFRE1448

² Reich, K. (2002). Systemisch-konstruktivistische Didaktik. Eine allgemeine Zielbestimmung. In R. Voß (Hrsg.), Die Schule neu erfinden (S. 70–91). Luchterhand.
Reich, K. (2021). Die konstruktivistische und inklusive Didaktik. In Einführung in die Allgemeine Didaktik (S. 176–205). Waxmann. https://doi.org/10.36198/9783838545653-176-205

³ de Haan, G. (2008). Gestaltungskompetenz als Kompetenzkonzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung. In I. Bormann & G. de Haan (Hrsg.), Kompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung: Operationalisierung, Messung, Rahmenbedingungen, Befunde (S. 23–43). VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-531-90832-8
Rieckmann, M. (2021). Bildung für nachhaltige Entwicklung: Ziele, didaktische Prinzipien und Methoden. merz | medien + erziehung, 65(4), 10–17. https://doi.org/10.21240/merz/2021.4.7

⁴ Reich, K. (2002). Systemisch-konstruktivistische Didaktik. Eine allgemeine Zielbestimmung. In R. Voß (Hrsg.), Die Schule neu erfinden (S. 70–91). Luchterhand.
Reich, K. (2021). Die konstruktivistische und inklusive Didaktik. In Einführung in die Allgemeine Didaktik (S. 176–205). Waxmann. https://doi.org/10.36198/9783838545653-176-205

⁵ Reich, C. (2024a). Experimentieren und Erfahren. Methodenpool. https://methodenpool.de/category/experimentieren-und-erfahren/
Reich, C. (2024b). Soziales Lernen. Methodenpool. https://methodenpool.de/soziales-lernen/
Reich, C. (2024c). Zusammenhänge verstehen. Methodenpool. https://methodenpool.de/category/zusammenhaenge-verstehen/